Heute möchte ich gerne ein bisschen mehr über das Rollstuhl-Projekt von vergangenem Mittwoch erzählen. Einerseits war es sehr interessant, anderseits auch sehr bestürzend. Man bekommt einen kleinen Einblick in das Leben eines Rollstuhlfahrers. Das was wir für 1-2 Stunden machen mussten, ist die Realität für einen Rollstuhlfahrer. Erst wenn man selbst in einem Rollstuhl gesessen ist und einen keiner angeschoben hat, merkt man wie herausfordernd und kräfteraubend auch eine kurze Distanz für einen Rollstuhlfahrer ist.

Zur Anstrengung kam noch das ständige Umdenken hinzu. Man konnte nicht den Weg wie gewohnt gehen, man brauchte Hilfe beim Ein- und Austeigen aus den Öffis und man musste jedes Mal auf die teils überfüllten Lifte warten. Auch die Bordsteine bei jeder Straßenüberquerung stellten ein großes, teils unüberwindbares Hindernis dar, welches man ohne Hilfe kaum selbstständig überwinden könnte.

Neue markierte Orte auf der Wheelmap im Donauzentrum im Zeitraum von September bis November

Neue markierte Orte auf der Wheelmap im Donauzentrum im Zeitraum von September bis November

Im Großen und Ganzen hat mir dieses Projekt jedoch sehr gut gefallen, da man das Leben einmal aus einer anderen Perspektive sehen durfte.

Gemeinsamer Teil:

Unsere erste Hürde war der Weg von der Schule zum Donauzentrum, genauer gesagt die Fahrt mit der S-Bahn und der U-Bahn. Wir hatten das Glück, dass sofort eine Wiesel S-Bahn kam, da wir sonst eine Ewigkeit auf die nächste warten hätten müssen. Die U-Bahnfahrt war jedoch schon etwas kniffliger. Dadurch, dass es eine alte Garnitur war, sind wir beim Ein- und beim Aussteigen mit dem Vorderrad im Spalt zwischen Waggon und Bahnsteig hängengeblieben. Desweiteren benötigte es auch ein ständiges Umdenken, da man nicht mehr wie gehabt die Stiegen benutzen konnte, deshalb entdeckte ich einige Lifte, von denen ich nicht einmal wusste, dass diese existieren, obwohl ich fast jeden Tag bei dieser Station ein- und aussteige. Angekommen im Donauzentrum begutachteten wir einige Geschäfte ob diese barrierefrei sind und markierten alles auf der vorgegebenen Karte. Alles in allem war es ein tolles Erlebnis, alles einmal anders zu sehen, jedoch würde ich es mir nicht wünschen selbst in einem Rollstuhl zu sein.

(Autor: Dominik Bauer)