Wie auf berollbar.at berichtet wurde, startete Anfang Oktober das Mapping-Projekt mit dem Schulzentrum HAK/HTL Ungargasse in Wien. Insgesamt rund 40 SchülerInnen im Alter von 14 bis 19 Jahren haben teilgenommen und in Gruppen zu je 3-5 Personen die Barrierefreiheit ihre Umgebung untersucht.

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Nachdem die Gruppen rund 5 Wochen Zeit hatten ihre Umgebung zu mappen, haben sich vorletzte Woche alle teilnehmenden SchülerInnen, Lehrerinnen, sowie die Direktorin zu einer Abschlussveranstaltung getroffen. Jede Gruppe präsentierte kurz ihre Ergebnisse, die im Anschluss mit den anderen diskutiert wurden. Die SchülerInnen haben sich unter anderem folgende Fragen gestellt:

Was hat euch an der Mapping Aktion am meisten Spaß gemacht?

Was hat euch während der Mapping Aktion am meisten überrascht?

Auf welche Schwierigkeiten seid ihr gestoßen?

Wie haben die Menschen auf euch reagiert?

Wir waren vom Enthusiasmus und Engagement der SchülerInnen, sowie den Abschlusspräsentationen begeistert. Die Mapping Aktionen wurden mit Bildern dokumentiert, die nicht nur physische Barrieren, wie Treppen oder schmale Pfade zeigen, sondern auch den Frühstückstisch in einem Café, in dem eine Gruppe ihre Mapping Aktion – mit einem vollen Magen – begann! Eine Gruppe der Leder-Design Klasse brachte statt der klassischen Folienpräsentation sogar ein Puzzle, das bei der Abschlussveranstaltung von den anderen zusammengesetzt wurde.

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Das Feedback der Schüler und Schülerinnen war durchwegs positiv. Neben der Tatsache, dass diese Aktion „etwas praktisches“ war, lobten die SchülerInnen die Möglichkeit gehabt zu haben Erfahrungen im Rollstuhl zu sammeln und Feedback zur Wheelmap App geben zu können. Viele SchülerInnen reflektierten über ihre Erfahrungen, die sie im Rollstuhl gemacht haben, die in Zukunft auch ihr eigenes Verhalten gegenüber Menschen im Rollstuhl beeinflussen. Als Beispiel wurde etwa die Benutzung von Fahrstühlen genannt, die oft nicht vorrangig von Personen benutzt werden die darauf angewiesen sind.

Für fast alle SchülerInnen war es das erste Mal in einem Rollstuhl sitzen. Es wurde von bemitleidenswerten Blicke anderer PassantInnen berichtet, die als besonders erdrückend wahrgenommen wurden, sowie von der überraschenden Einfachheit sich im Rollstuhl durch die Stadt zu bewegen. Wiederum andere SchülerInnen erlebten eine große Hilfsbereitschaft von PassantInnen. Eine Herausforderung, die fast jede Gruppe teilte war es die RollstuhlfahrerInnen während der Aktion zu wechseln, da es “ein seltsames Gefühl war einfach aus dem Rollstuhl aufzustehen mitten auf der Strasse“. Oft reagierten PassantInnen auf den plötzlichen Rollstuhlwechsel gereizt oder sogar wütend. Als die SchülerInnen allerdings über die Mappung Aktion informierten, gab es viel positives Feedback, außer bei wenigen PassantInnen, die einfach weitergingen.  Am Ende der Abschlusspräsentationen erhielten alle ein Zertifikat, das bei zukünftigen Bewerbungen beigefügt werden kann. Zusätzlich wurde ein Kinogutschein verlost! Alles in allem war es ein tolles Projekt und Spaß, mit so vielen motivierten und interessierten Jugendlichen zu arbeiten!

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