Wie barrierefrei ist deine Umgebung?

Letzte Woche startete unser Mapping Projekt mit Jugendlichen vom Schulzentrum HTL/HAK Ungargasse im dritten Bezirk in Wien. Die Schüler und Schülerinnen werden in Gruppen unterwegs sein und ihre Umgebung auf ihre Barrierefreiheit hin untersuchen. In den Mappinggruppen werden unterschiedliche Blickwinkel beleuchtet. Die SchülerInnen können in verschiedene Rollen schlüpfen und auch mal selbst erleben, wie man sich in einem Rollstuhl durch Wien bewegen kann oder in die Rolle einer kritischen JournalistIn schlüpfen.MappingAktion_Ungargasse23.09.

Aber, beginnen wir von Anfang an:

Das Schulzentrum HTL HAK Ungargasse in Wien ist eine besondere Schule in Österreich. Warum? Weil das Schulzentrum acht verschiedene Ausbildungsformen an einem Standort anbietet. In allen acht Ausbildungsrichtungen werden SchülerInnen mit und ohne Behinderungen gemeinsam unterrichtet. Ein Teil der SchülerInnen wohnt im dazugehörigen Schülerwohnheim. Sowohl Jugendliche aus dem Wohnheim als auch SchülerInnen sind bei der Mapping Aktion dabei.

Die SchülerInnen werden in den kommenden Wochen in Kleingruppen (3-5 Personen) ausgerüstet mit Smartphones, Kameras, Papierkarten (sollte die Technik mal versagen, der Akku ausgehen oder das GPS nicht richtig funktionieren),losziehen, um ihre Diskussionen sowie Kommentare von FußgängerInnen, VerkäuferInnen, KellnerInnen usw. festzuhalten. Angelehnt an Schulprojekte der Sozialhelden in Berlin, werden auch bei dieser Aktion die einzelnen TeilnehmerInnen verschiedene Rollen während der Mappingausflüge einnehmen. So können verschieden Perspektiven erlebt und dokumentiert werden. Die vier Rollen sind: die „Forschenden RollstuhlfahrerInnen“, die „Eifrigen MapperInnen“, die „Kreativen FotografInnen“, sowie die „Kritischen JournalistInnen“.

Schulklasse

Um Barrierefreiheit zu mappen verwenden die Jugendlichen zwei verschiedene Apps: Die „Wheelmap“, mit der die Barrierefreiheit von Orten wie Cafés, Supermärkte, Geschäfte markiert werden können und die neu entwickelte App „Obstacle Tagger“, mit der Barrieren am Wegen von A nach B dokumentiert werden. Solche Barrieren können zum Beispiel starken Steigungen oder Kopfsteinpflaster sein, aber auch temporäre Hindernisse, wie Baustellen oder Schanigärten.

Bis Ende Oktober sind die SchülerInnen gemeinsam unterwegs und sammeln Informationen über barrierefreie Orte in ihrer Umgebung. Anfang November wird ein kleiner Präsentationsabend veranstaltet an dem die Jugendliche ihre Ergebnisse Freunden, Schulkameraden und ihrer Familie präsentieren können. Im Rahmen der Aktion werden die engagierten Jugendlichen außerdem spannende Blogposts über ihre Mapping Aktionen verfassen und sie hier auf berollbar.at teilen.

Wir sind schon gespannt auf ihre Erlebnisse und hoffen, dass bald viele neue Orte auf der Wheelmap in Wien zu finden sind :)! Danke für euer Engagement!